ABF automatisiert Brammenlogistik für ein Stahlwerk in Brasilien

Für ein neu errichtetes Stahlwerk in Brasilien hat ABF ein komplexes System zur Steuerung und Überwachung sämtlicher Brammenbewegungen entwickelt und erfolgreich in Betrieb genommen. Dieses Werk umfasst einen Hafen, Kraftwerk, Kokerei, Sinteranlage, zwei Hochöfen, ein Oxygenstahlwerk und zwei Stranggießanlagen.

Die innerbetriebliche Logistik der Brammen  von den Stranggießanlagen bis zum Hafen wird über ein Kranlager, ein Versandlager und eine Brammenadjustage abgewickelt. Die Adjustage setzt sich zusammen aus einem Vorlager, einer Flämmerei und einem Fertiglager.

Zur Steuerung, Überwachung und Optimierung der komplexen logistischen Abläufe wird ein Lagerverwaltungs- und Steuerungssystem eingesetzt, welches neben den üblichen Materialverfolgungs- und Lagerverwaltungsfunktionen auch eine logistische Funktionalität beinhaltet, um den Materialfluss zwischen den einzelnen verwalteten Lagern koordinieren zu können.

ABF wurde beauftragt, sämtliche Systeme zur Erfassung, Übertragung und Darstellung der Lager- und Transportbewegungen der Brammen von den Stranggießanlagen bis zum Hafen zu realisieren. Der Auftragsumfang umfasst Engineering, Pflichtenhefterstellung, Hardwarelieferung, Softwareentwicklung, Montage und Inbetriebnahme der Systeme.

Lösungsansatz zur Positionsbestimmung mittels LPR und GPS

Die Positionserfassung für die Kräne im Kranlager und in der Brammenadjustage sowie für die Hubstapler und Reach-Stacker im Versandlager erfolgt mit einem Local Positioning Radar System (LPR). Die Positionsbestimmung wird durch die Laufzeitmessungen von Funksignalen in Echtzeit realisiert. Das System arbeitet weitgehend unabhängig von Umgebungseinflüssen. LPR toleriert sowohl hohe Staub- und Schmutzbelastung als auch einen großen Temperaturbereich. LPR ist robust gegen mechanische Einwirkungen im Betrieb (Erschütterungen, Schläge oder Stöße). Da LPR keine Verschleißteile verwendet, ist das System absolut wartungsfrei.

Die Positionsbestimmung der Zugmaschinen erfolgt über GPS. Das GPS-System besteht aus mobilen Einheiten mit je zwei Antennen. Bei Betrieb des Systems werden die GPS World Daten aufgenommen und in lokale Koordinaten umgerechnet. Fahrzeuge, die sich sowohl innerhalb als auch außerhalb von LPR überwachten Arealen bewegen können, werden mit kombinierten GPS / LPR Empfängern ausgestattet. Der Kombiempfänger horcht, ob LPR Signale von ortsfesten Einheiten detektiert werden. Sobald dies der Fall ist, bucht sich der Kombiempfänger in das LPR-Feld ein. Es werden beide Signale ausgewertet und die optimal fusionierte Position in lokalen Koordinaten ausgegeben. Sollte das LPR-Feld in einem GPS-abgeschatteten Bereich, z.B. innerhalb einer Halle, liegen, dann detektiert die Fusionseinheit den Wegfall der GPS-Daten und berechnet die lokale Position auf Basis der LPR Daten.